weitere Inhalte laden
Anzeige:
11.07.2016 - 15:34 von Daniela Becker

Kopenhagen hat ein ambitioniertes Ziel. Bis 2025 will die dänische Hauptstadt C02-neutral werden. Auf dem Papier haben viele Städte solch hehre Klimaziele.

Doch im Gegensatz zu anderen hat Kopenhagen einen der größten Klimagas-Emittenten beherzt angepackt: den Verkehrssektor. „Klimaschutz geht nur zusammen mit dem Rad“, sagt Morten Kabell, der als Bürgermeister für Umwelt und Technik auch den Ausbau der Radinfrastruktur verantwortet.

Kopenhagen investiert jedes Jahr über 13 Millionen Euro in seine Fahrradinfrastruktur

Seit einigen Jahren bemüht sich die Stadt daher intensiv darum, dass sich die Kopenhagener statt mit dem Auto mit dem Rad fortbewegen. Seit 2006 hat die Stadt rund 150 Millionen Euro in den Ausbau der Fahrradinfrastruktur investiert. Das Jahresbudget nur für den Ausbau der Radinfrastruktur liegt bei umgerechnet 13,5 Millionen Euro. Großprojekte werden zusätzlich separat finanziert.

Mit durchschlagendem Erfolg. Während an anderen Orten Europas die Radbewegung unter dem Begriff „Critical Mass“ um mehr Beachtung kämpft, sind Radfahrer in Kopenhagen inzwischen die relevanteste Gruppe der Verkehrsteilnehmer.

Fast jeder Zweite fährt mit dem Rad zur Arbeit

42 Prozent all derjenigen, die in der Innenstadt arbeiten oder studieren, nutzen das Rad, um zu ihrem Arbeits- oder Studienort zu pendeln. Wohnen sie auch in der Stadt, sind es sogar 60 Prozent. Strecken bis zu zehn Kilometern werden vorwiegend mit dem Rad zurückgelegt. Erst bei längeren Distanzen liegt das Auto wieder vorne.


04.07.2016 - 17:16
Daniela Becker 04.07.2016 - 17:16 Uhr
Kopenhagener Radlgefühl 11.07.2016 - 15:43 von Daniela Becker

Zahlen und Ziele sind das eine, aber wie fühlt sich Radfahren in Kopenhagen an? Normal. Sicher. Einfach. 

Man macht sich hier keine Gedanken, ob man das Rad nimmt, sondern radelt einfach los. Radfahren ist alltäglich. Alle fahren, sei es die modebewusste Frau,

04.07.2016 - 17:14
Daniela Becker 04.07.2016 - 17:14 Uhr
11.07.2016 - 17:35 von Daniela Becker

der Mann im Anzug,



oder der Vater, der eine ganze Familie transportiert.

04.07.2016 - 17:11

Rund 40.000 Cargobikes gibt es in Kopenhagen. Damit werden ganze Familien transportiert ...

Daniela Becker 04.07.2016 - 17:11 Uhr
11.07.2016 - 16:16 von Daniela Becker

Der Grund hierfür ist nicht etwa, dass Kopenhagener besonders ökologisch orientiert sind und das Klima schützen wollen. „Radfahren ist schlicht das schnellste Verkehrsmittel mit dem man von A nach B kommt“, sagt Bürgermeister Morten Kabell. Dafür hat die Stadt viel getan.

Tausend Kilometer Radwegenetzwerk

Das Radnetzwerk wurde in den vergangenen Jahren auf rund 1.000 Kilometer ausgebaut.

Das bedeutet: mit hoher Wahrscheinlichkeit findet sich bereits vor der eigenen Wohnung ein Radweg. 200 Kilometer davon sind eigene Radbahnen und so genannte „Greenways“, also Radschnellwege durch Grünanlagen.


11.07.2016 - 15:31
City of Copenhagen, Adrian Lazar 11.07.2016 - 15:31 Uhr
11.07.2016 - 17:39 von Daniela Becker

Das Radfahren ist angenehm, denn die Wege wurden in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut und großzügig angelegt: die Standardbreite beläuft sich auf 2,50 Meter, dort kann man problemlos zu zweit oder sogar zu dritt nebeneinander fahren und sich gemütlich miteinander unterhalten.

Drei Meter breite Radwege

Die Radschnellwege sind sogar drei Meter breit. Auf vielen der Radwege fliegt man geradezu dahin. Das kommt nicht von ungefähr: mit speziellen Maschinen wird die Ebenheit des Asphalts regelmäßig gemessen.

Einige der großen Querverbindungen gehen durch Parks, auf dem Weg zur Arbeit kann man spielende Kinder beobachten und Vögel zwitschern hören. Natürlich kann die Standardbreite nicht überall durchgehalten werden, aber selbst die schmaleren Radwege sind in 90 Prozent der Fälle breiter als in Deutschland.


11.07.2016 - 22:01

Cargobike und normales Rad nebeneinander - und dennoch ist noch Platz, um locker zu überholen.

Daniela Becker 11.07.2016 - 22:01 Uhr
04.07.2016 - 17:14
Daniela Becker 04.07.2016 - 17:14 Uhr
04.07.2016 - 17:07
Daniela Becker 04.07.2016 - 17:07 Uhr
04.07.2016 - 17:08

Platz für alle: der ÖPNV, die Radfahrer und die Fußgänger haben alle ihre eigene Spur.

Daniela Becker 04.07.2016 - 17:08 Uhr
12.07.2016 - 14:42 von Daniela Becker

Das allerwichtigste aber: in den allermeisten Fällen haben alle Verkehrsteilnehmer, also Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger eine eigene Spur.

Für jeden eine eigene Spur

Um die Sicherheit zu erhöhen, sind die Spuren oft durch Barrieren voneinander getrennt. So kann nicht aus Versehen ein Auto auf die Radspur kommen und auch die Radfahrer wissen, wo sie fahren dürfen.

11.07.2016 - 17:45 von Daniela Becker

In Kopenhagen wird sehr viel gebaut, unter anderem erhält die Stadt gerade einen Metro-Ring. Doch auch das hält den Radverkehr nicht auf: An jeder Baustelle markieren die Arbeiter als Erstes einen Radstreifen, damit der sichere Radverkehr nicht unterbrochen wird.

So wenig Hindernisse wie möglich

Alles fügt sich ineinander: Kaum eine Treppe, die nicht mit einer Fahrradspur ausgestattet ist, damit man das Rad schieben kann und nicht tragen muss.

11.07.2016 - 17:13

Hier muß niemand das Rad irgendwelche Treppen hochschleppen. Meist gibt es Fahrradrillen.

Daniela Becker 11.07.2016 - 17:13 Uhr
11.07.2016 - 17:12

Bei jeder Baustelle die erste Maßnahme: einen Ersatzradstreifen einrichten.

Daniela Becker 11.07.2016 - 17:12 Uhr
Grüne Welle 11.07.2016 - 17:49 von Daniela Becker

Was ist das Nervigste, wenn man eine lange Radstrecke zurücklegt? Anhalten und Absteigen müssen. Damit die Radpendler so bequem wie möglich durch die Stadt kommen, sind die Ampeln im Stadtgebiet so geschaltet, dass man bei einer konstanten Geschwindigkeit von 20 km/h eine grüne Welle hat.

Haltestangen und Fußbretter

Muss man doch mal anhalten, gibt es an manchen Orten Haltestangen und Fußbretter. Kaum wird es grün, kann sich der Radler hier bequem abstoßen.